Von Frau Amsel beobachtet

Vor ein paar Wochen habe ich den Süßkirschbaum in unserem Garten zurückgeschnitten. Nach einer Weile fühlte ich mich beobachtet. Ich sah mich um und entdeckte eine aufgeplusterte Amseldame, die sich offensichtlich für Baumschnitt interessierte.

Erst dachte ich, ihr geht es nicht so gut. Immer wieder hört man ja vom Usutu-Virus, dem in diesem Jahr schon wieder sehr viele Amseln zum Opfer gefallen sind.

Zum Glück ging es ihr aber gut. Als sie sah, dass ich mich mehr mit ihr als mit dem Baum beschäftigte, ging sie gemächlich in den Nachbargarten. Ich sagte ihr noch, sie solle sich vor den Katzen in Acht nehmen und widmete mich wieder dem Baum.

Rechts abbiegen verboten

Mir scheint es so, dass es für so einige Mitbürger wieder in Ordnung ist, rechtes Gedankengut zu hegen. Es wird von „Biodeutschen“ gesprochen. Ich habe die Befürchtung, dass es bis zum Ariernachweis nicht mehr weit ist. Wer gegen rechte Strömungen argumentiert, wird als „linksgrünversifft“ und „Schlafschaf“ bezeichnet. Wer nicht deutlich rechts der Mitte steht, ist linksextrem. Für mich ist Extremismus, rechts oder links, keine Option. Extremisten haben immer die „einfachen Antworten“. Damit können sie zwar am Stammtisch punkten, mit der Realität hat das jedoch sehr wenig zu tun.

Extremismus und Ausländerfeindlichkeit kann keine Lösung sein. Nie!

Wer mit einem „Ich bin zwar kein Nazi, aber …“ anfängt, braucht nicht weiterzusprechen. Unsere Vorfahren konnten sich noch herausreden. „Wir haben ja nicht ahnen können, dass …!“ Das funktioniert bei uns nicht. Wir wissen, was passiert ist. So blind kann doch eigentlich kein Mensch sein!

Hoffen wir alle, dass es sich bei dem derzeitigen Rechtsruck der Gesellschaft, nur um eine vorübergehende Erscheinung handelt. Lasst die AfD, wie damals die DVU, in die Bedeutungslosigkeit verschwinden.

Das sind wir unseren Kindern und Kindeskindern schuldig!

20180908_RechtsAbbiegen

Cafe Collage

Am letzten Samstag waren wir in Potsdam zum Töpfermarkt. Im Cafe Collage stärkten wir uns. Für mich gab es eine leckere Kartoffelsuppe. In der Wartezeit wollte ich dann rasch eine Zeichnung anfertigen. Da das Essen jedoch recht schnell da war, wurde der Rest zu Hause fertiggestellt.

Wieder habe ich versucht, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Es fällt mir schwer. Positiv ist natürlich, dass man so viel schneller das Ergebnis vor sich zu liegen hat.

Ach ja, Tassen wurden auch gekauft. Immerhin war es ja ein Töpfermarkt.

CafeCollage

VerFLIXt nochmal!

Am letzen Freitag hatte ich das Vergnügen mit dem Comic-Zeichner Flix im Rahmen einer Autogrammstunde kurz zu reden. Begeistert von seinem „Strich“ kamen wir ein wenig ins fachsimpeln über Stifte. Er benutzte einen Softbrush-Tuschestift. An den hatte ich mich nie ernsthaft rangetraut.

Auf sein Anraten habe ich mich heute hingesetzt und mit meinem Faber-Castell SB geübt. Damit es nicht ganz so leicht wird, wollte ich auch gleich auf die Vorzeichnung mit dem Bleistift verzichten.

FB_PITT_SB

Probleme bereitet mir jedoch der obere Teil der Glühlampen. In einem Strich bekomme ich sie nicht hin.  Sie werden dann immer unförmig.

Kreise

Vielleicht fehlten mir auf dem A4-Blatt auch die Grenzen. Normaler Weise zeichne ich die Glühlampen ja auf A6. Ein weiterer Test also auf dem „klassischen“ Papier:

Pinsellampe

Naja, schon nicht schlecht. Leider war es ein Zufallstreffer. Die nächste Lampe sah eher aus wie ein Pilz. Was mir dabei auffiel, ist die Tatsache, dass die PITT-Stifte sehr leicht sind. Eventuell ist ein schwererer Stift ja besser geeignet. Ich muss mal schauen, ob ich irgendwo mal einen ausprobieren kann.

Bei einer der nächsten Übungszeichnungen versuchte ich mich dann noch an einer neuen Art, die Fassung zu wahren zeichnen. Die wiederum gefällt mir recht gut. Sie wirkt deutlich leichter als die alte Version. Vielleicht wechsle ich ja. Sagt doch mal Bescheid, was ihr davon haltet.

Fassung_neu

Auf jeden Fall werde ich dem Softbrush-Stift jetzt mehr Auslauf geben. Vielen Dank an Flix.

Müller oder Ludgeri

Vor dieser Frage standen wir an einem Urlaubstag, an dem die Temperaturen weit jenseits der 30°C waren. Jedenfalls waren das gefühlt die beiden kühlsten Orte in Norden.

Da wir keine Lust auf „Shopping“ im Drogeriemarkt hatten, landeten wir in der Kirche. Die hatte ich ja schon von außen gezeichnet. Nun wollten wir sie uns auch von innen betrachten.

Es war überwältigend! So eine Kirche hatten wir noch nicht gesehen. Wir wussten nicht, wo wir zuerst hinschauen sollten. Ein paar Eindrücke wollte ich skizzieren und danach auf einem größeren Blatt eine Zeichnung davon anfertigen. Nach 3 Skizzen dachte ich mir jedoch: „Hey, das sieht doch gar nicht mal so schlecht aus!“. Ich entschied mich, die ursprünglichen Skizzen noch ein wenig nachzubearbeiten.

Schon lange wollte ich mir eine Zeichentechnik zulegen, mit der ich schneller zum Ziel komme. Und siehe da, das hier gefällt mir schon mal.

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Ein wenig Schuld an der ganzen Sache ist auch ein Dozent eines Zeichenkurses. Dieser saß in Greetsiel am Nebentisch und erklärte seinen Schülern die Probleme rund um Perspektiven. Dazu zeichnete er mit spielerischer Leichtigkeit Beispielbilder.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich mich beim Zeichnen in Kleinigkeiten verliere. Dann muss ich aufpassen, nicht ungeduldig zu werden und zu schludern. Möglicher Weise ist das ein Kompromiss, mit dem ich zwischendurch auch mal ein „schnelles“ Bild zeichnen kann.

Bin ein Friesenjung

Bei einem Besuch in Ostfriesland stand natürlich auch der Pilsumer Leuchtturm auf dem Programm. Ohne den gesehen zu haben, wäre ich nicht nach Hause gefahren.

Ich muss sagen, es hatte sich gelohnt. Es ist ein wirklich schöner Leuchtturm. Leider leuchtet er nicht mehr.

Was mich ein wenig gestört hatte, war ein Zaunfeld, an welchem gefühlt tausende „Liebesschlösser“ hingen. Ich kann zum einen diesem Trend nichts abgewinnen, zum anderen störte das das Gesamtbild. Ich habe mir die künstlerische Freiheit gelassen, das einfach wegzulassen.

Wer sich den Leuchtturm übrigens auch von innen betrachten möchte, muss an einem Sonntag dort hin. Dann sind wohl auch Führungen.

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Duckomenta

Bei unserem Besuch in Emden haben wir es uns nicht nehmen lassen, in die Duckomenta zu gehen.

Die Ausstellung hat mich schlicht begeistert. Auf dem Weg wieder ins Hotel stellte ich mir die Frage, ob nicht auch mein „klassischer“ Wurm eine Entsprechung im Parallel-Universum der Enten hat.

Zu meinem Erstaunen bin ich fündig geworden. Wer hätte das gedacht. Vielleicht sollte ich das Team der Duckomenta informieren.

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Im Norden in Norden

Unser Sommerurlaub führte uns nach Norden, in die Stadt Norden in Ostfriesland.

Gewohnt haben wir im Stadthotel Smutje. Wenn wir noch einmal in der Gegend sein sollten, dort würden wir wieder „absteigen“. Dieses Hotel ist wirklich eine Empfehlung wert. Das ganze Team sorgt für eine Wohlfühl-Atmosphäre. Hier nochmal ein „Danke“ dafür.

Woran es in  Ostfriesland auf keinen Fall mangelt: Motive zum Zeichnen. Angefangen habe ich mit der Lutgeri-Kirche direkt in Norden. Gezeichnet habe ich sie sozusagen von der Rückseite aus. Der ehemalige Friedhof bot den besten Blick auf dieses imposante Gebäude.

Ich habe beim Zeichnen wieder versucht, durch die Schatten, Tiefe ins Bild zu bringen. Mir persönlich gefällt, ehrlich gesagt, der Mittlere der 3 Grabsteine fast am besten.

Norden_Ludgeri