Warum ich noch bei Facebook bin …

Immer wieder denke ich darüber nach, meinen Account bei Facebook zu löschen, mache es dann aber doch nicht. Woran das liegt? Nun, es hat mit dem Zeichnen zu tun.

Letzte Woche erst zeichnete ich das Tor vom Hof der Pauluskirche in Berlin-Zehlendorf. Ich versuchte das Spiel von Licht und Schatten einzufangen. Das Ergebnis seht ihr hier:

Die Zeichnung lud ich im Anschluss bei Facebook in die Gruppe der Berliner Urban Sketcher hoch und bat um Kommentare. Völlig zu Recht bekam ich den Tipp, dass die Kontraste fehlen. Also setzte ich mich heute hin und überarbeitete das Ganze.

Es ist noch nicht ganz so kontrastreich, wie der Vorschlag der Zeichnerin Katrin Merle, aber es hat der Zeichnung gut getan. Jetzt muss ich das nur noch verinnerlichen.

Ohne die Gruppen und die Tipps, die ich mir dort oder auch bei den Treffen vor Ort holen kann, würde ich “im eigenen Saft kochen”. Erst der kritische Blick von Außen bringt weiter. Auf dass ich noch viel lernen kann!

#EDiM 2020 Teil 2 (16-31)

Der Monat Mai des Jahres 2020 ist Geschichte. Wieder haben wir für jeden Tag eine Zeichnung angefertigt. Es war ein kleines Ritual geworden. Abends haben wir im Bett noch vor dem Schlafen gezeichnet.

Oftmals war meine Frau schon fertig, wärend ich noch das Motiv suchte. Manchmal war ich auf ihre Stifte und das Papier neidisch. Aber ich wollte das Ganze auf dem Tablet durchziehen. Koste es was es wolle.

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Am Tag 16 stand ein Schneebesen oder eine Küchenmaschine auf dem Programm. Bei DUPLO wurde ich fündig.

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Der 17. war da schon etwas schwieriger. Es sollten Kaffeebohnen oder ein Teebeutel werden. Hier musste meine Tasse herhalten. Der Teebeutel ist gut darin versteckt.

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Das Frühstück, welches am 18. das Thema war, fand ich im ersten Moment schwierig, fand dann jedoch dieses Croissant in der LEGO-City-Reihe.

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Jetzt wurde es kompliziert. Die Aufgabe für den 19. Mai war ein Kissen. Das Internet musste wieder helfen. Wie man sieht, ich habe ein Kissen gefunden.

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Schuhe oder Bekleidung war das nächste Thema. Da die Minifiguren ihre Bekleidung gleich auf dem Körper haben, wurde es einfach ein Unterkörper.

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Der 21. war der Tag der Früchte. Dazu fiel mir nicht so richtig etwas ein. Auch hier half mir mal wieder Tante Google mit einem Obst-Teller aus.

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Das Motiv für das Thema des 22. war wieder schnell gefunden. Ein Buch, eine Zeitung oder ein Magazin sollte es werden, der aktuelle LEGO-Katalog wurde es.

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Auch wieder ein Motiv, bei dem ich nicht lange nachdenken musste. Am 23. wurde ein Glas gewünscht.

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Wo möchtest du gerade sein? Diese Frage sollte zeichnerisch am 24. dargestellt werden. Das war inhaltlich kein Problem. Eine Nacht im LEGO-Store und alle Kästen aufmachen dürfen, ein Traum. Leider ging es technisch in die Hose. Für diese Art von Zeichnung passt die Kombination Samsung-Tablet und App nicht so wirklich.

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Am 25. Mai ist Handtuchtag. An diesem Tag feiert man Douglas Adams, den Schöpfer des “Hitchhikers”. Bei der Suche im Internet fand ich das Bild von Marvin als Minifigur. Wenn das nicht passt, was dann?

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Am 26. lag ich ein wenig neben dem Thema. Eigentlich war ein Nudelgericht gewünscht. Italienisch wurde es, es gab Pizza.

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Der Schlüssel zu Fingernägeln, die nach dem Bauen mit LEGO nicht kaputt sind, ist ein Teiletrenner. Das Thema am 27.: Schlüssel!

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Auch in der LEGO-City muss man sich ab und zu die Hände waschen. Da hilft es einen Wasserhahn im Hause zu haben. So war der 28. kein Problem.

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Für den 29. sollte es dann Gemüse oder irgendetwas aus dem Kühlschrank werden. Na dann, bei mir gibt es Möhrchen.

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Die Blumen für den vorletzten Tag sind noch von früher. Erst jetzt fiel mir auf, dass diese Blumen schon eine Weile nicht mehr produziert werden.

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Am letzten Tag war ein Telefon gewünscht. Bei mir wurde es ein kleines Rotes.

Fazit:

Wie man sieht, habe ich Einiges ausprobiert. Von „Bleistift“-Zeichnungen bis hin zu Tusche. Über die Zeit habe ich mich immer mehr eingearbeitet. An den letzten Zeichnungen kann man sehen, womit ich am besten zurechtkam.

Irgendwann fing ich an, Layer zu nutzen. Das ist ein großer Vorteil zum analogen Zeichnen. Man fängt mit einem Bleistift an, die Vorzeichnung zu skizzieren. Hier habe ich mich dann auch getraut, großzügig mit Hilfslinien zu arbeiten. Auf einem neuen Layer habe ich die Vorzeichnung mit der Tuschefeder nachgezogen. Zum „Ausmalen“ habe ich danach einen Layer zwischen den beiden ersten angelegt. Damit musste ich nicht so aufpassen, dass ich die Linien nicht übermale. Als Abschluss dann die Vorzeichnung wegwerfen und die Layer verbinden – fertig. Wichtig ist nur, konzentriert bleiben und beim Zeichnen nicht die Layer verwechseln.

Für:

  • Layer vereinfachen einiges beim Zeichnen
  • eine riesige Auswahl an Zeichenutensilen und Farben
  • die UnDo-Funktion
  • die Zeichnung oder auch nur Teile davon können auf der Fläche verschoben werden
  • sehr gute Handballenerkennung
  • das Digitalisieren für die Veröffentlichung entfällt

Wider:

  • unpräzises, schwammiges Zeichengefühl
  • keine Drucksensitivität beim getesteten Gerät
  • Platz auf dem ActiveTab viel zu klein
  • die dicke Schutzhülle störte die Handbewegung
  • ab und zu sprang ein Menü ins Bild
  • ich hatte keine Option gefunden, in der App das automatische Drehen auszuschalten

Alles in allem war es ein interessanter Ausflug in unbekannte Gebiete. Ich muss feststellen, dass das Zeichnen auf dem Tablet für mich kein Ersatz für Stift und Papier werden wird. Aber als Ergänzung kann ich es mir sehr gut vorstellen. Dafür müsste ich aber mal das Ganze mit einem größeren Gerät ausprobieren. Wenn ich das nächste Mal ein iPad Pro in der Hand habe, werde ich das mal machen. Vielleicht komme ich ja mit dem Stift von Apple auch besser klar.

Ansonsten freue ich mich schon auf das nächste Jahr, wenn es wieder heißt: „Every Day in May“!

O sole mio, … (#VirtualSketch)

Mit der virtuellen Gondel war ich am 21. April in Venedig unterwegs. Ich wollte etwas abseits zeichnen. Somit schipperte ich gefühlt jeden kleinen Kanal entlang, bis ich ein passendes Motiv fand.

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Wieder war eigentlich die größte Herausforderung, die Verzerrung der Perspektive auszugleichen.

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Ich finde, es ist mir ganz gut gelungen.

Ansonsten: wir sollten wirklich mal dort hin. Es gibt einige schöne Ecken.

Big Apple (#VirtualSketch)

Ich war noch niemals in New York, …! Aber Google macht es möglich.

Zuerst trieb ich mich am vorgeschlagenen Treffpunkt herum. Am Times Square fühlte ich mich jedoch mit meinem Bleistift nicht so richtig wohl. So machte ich mich auf den Weg in den Central Park. Hier fand ich einen Blick in Richtung Times Square, auf dem sogar noch Bäume zu sehen sind.

Mit der Laterne im Vordergrund versuchte ich einen Blickfang als Gegenstück zu den Hochhäusern zu setzen.

I’m going to Kansas City (#VitualSketch)

Wieder einmal war ich virtuell in der Welt unterwegs. Dieses Mal ging es nach Kansas City. Zur Abwechslung wurde gleich das Motiv am “Einstieg” gezeichnet.

Das Gebäude lud förmlich dazu ein, mich ein wenig in der Perspektive zu üben.

Hier hat es sogar ein Auto mit aufs Bild geschafft.

Umgeben von alten Mauern (#VirtualSketch)

Weiter ging es wieder virtuell. Ein zweites Mal bin ich in Spanien zum Zeichnen per StreetView unterwegs.

Die Stadt Lugo war mir vorher nicht bekannt. In der Vorbereitung las ich von einer alten Stadtmauer, noch aus der Zeit der alten Römer. Innerhalb der Mauer brauchte ich eine ganze Weile, um die richtige Position zu finden.

Das ist übrigens ein Punkt, der bei dieser Art des Zeichnens ziemlich nervt. Im realen Leben macht man einfach einen Schritt zur Seite und das Motiv stimmt … am Rechner ist man auf die festen Punkte von StreetView festgelegt.

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Interessiert sich jemand für die Vorlage? Die liegt noch auf dem iPad. Ich hab grad keine Lust, sie rauszusuchen und hochzuladen.

Kirchenjuste in Grünau

Nach den ganzen virtuellen Ausflügen, musste mal wieder etwas „Echtes“ her. Da ich selbst frei und meine Frau einen Termin in Grünau hatte, war das Ziel schnell festgelegt.

An der Grünauer Friedenskirche angekommen, suchte ich mir einen sonnigen Platz mit einer guten Aussicht. Leider musste ich feststellen, dass sonnig nicht warm heißen muss. Nach einiger Zeit war ich recht durchgefroren. Den restlichen Schliff bekam die Zeichnung zu Hause.

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Und wer ist nun die Kirchenjuste? Nun, dabei handelte es sich um die Kaiserin Auguste Victoria. Sie war die Schirmherrin des Kirchenbauvereins, unter dessen Einfluss auch diese Kirche 1904 bis 1906 entstand. Was man durch Wikipedia nicht so alles lernt.

Und das nächste Mal versuche ich, die Turmspitze auch mit aufs Bild zu bekommen.

Elisabeths Hintereingang (#VirtualSketch)

Die nächste Station war Budapest. Nach kurzer Überlegung stand fest, was das Motiv des Tages werden sollte.

Als wir vor einiger Zeit ein Wochenende in dieser Stadt verbrachten, befand sich hinter unserem Hotel die Kirche der St. Elisabeth. Den Anblick wollte ich mir mit der Zeichnung wieder ins Gedächtnis rufen.

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Auf dem Bild sieht man die Rückseite der Kirche.

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Auch wenn ich nicht erfahren habe, wie die anderen Zeichner über die weiß gelassenen Bäume in Madrid dachten. Ich habe es einfach noch einmal getan und es fühlte sich gut an.

Hola amigo! (#VirtualSketch)

Weiter geht’s und keiner kann es halten. Die nächste Station ist wieder in der EU. Genauer gesagt in Spanien. Wir treffen uns in Madrid.

Hier ist es gar nicht so einfach, sich zu entscheiden. Wieder irre ich durch die Straßen und Gassen. Plötzlich stehe ich vor einer der vielen Kirchen. Die Bäume um das Gebäude machen das Ganze spannend.

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Zur Abwechslung lasse ich die Bäume in meiner Zeichnung einfach weiß. Mal schauen, wie das bei den Kollegen so ankommt. Mir gefällt es schon mal.

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Teatime, again! (#VirtualSketch)

Wir bleiben in England und machen uns auf den Weg in das kleine Städtchen Lulworth. Von diesem Ort hatte ich noch nie etwas gehört.

Auf meinem Streifzug durch Lulworth fand ich ein paar Stellen, die, naja sagen wir mal, interessant waren. Aber es war nix dabei, was mich vom Hocker gehauen hätte.

In der Beschreibung des Ortes hatte ich von einem „Castle“ gelesen. Das klingt doch spannend. Zum Glück gab es auch einen direkten Link dorthin.

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Das ist doch mal ein englisches Castle, wie man es sich vorstellt. Dort sitzt der Lord mit seiner Lady beim Tee und fährt anschließend mit dem Ford fort, nur um seinen Schlips zu vergessen.

Um den besten Blick zu erhaschen, lief ich einmal um das Gebäude herum. Eine Seitenansicht ist es dann geworden.

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