Bis an den Rand

Es ist schön, wieder mit unserem Wohnmobil zu reisen. Vieles wird noch noch mit dem Vorgänger Kalle verglichen. Vieles ist auch noch mit dem Händler/ der Werkstatt zu klären.

Die “Eingewöhnungstour” mit Trudi führt uns durch Brandenburg. So kamen inzwischen auch schon ein paar Zeichnungen zusammen.

Angefangen hatte ich mit dem Zeichnen in der Burg Storkow bei heißer Schokolade und Kuchen.

Weiter ging es in Beeskow bei einem spontanen Zwischenhalt. Der Stellplatz an der Marina ist sehr empfehlenswert. Durch das gezeichnete Tor fuhren wir einen Tag vorher mit unserer Trudi.

Ein weiterer Zwischenstopp mit Zeichnung war Frankfurt/Oder. Hier konnte ich nicht nur meine Papiervorräte aufstocken, sondern auch die Marienkirche zeichnen.

Einen wunderschönen Übernachtungsplatz fanden wir an der Diplomatentreppe direkt am Oder-Deich. Hier hatten wir wunderschöne Sonnenuntergänge, ruhige Nächte, eine schöne Wanderung nach Reitwein und einen Picknick-Platz unter einer alten Eiche. Beim Frühstück an diesem Picknickplatz entstand diese schnelle Skizze auf dem Tablet.

An der Diplomatentreppe, beim Warten auf den Sonnenuntergang, kam uns auch die Idee, nach dem Programm des “Theater am Rand” zu schauen. Schon lange stand dieses Theater auf unserer Liste. Für “Die Entdeckung der Langsamkeit” konnten wir kurzfristig Karten reservieren.

Trudi konnten wir nach einem kleinen Einkauf im Hofladen des Ziegenhofs neben dem Hof parken. Bis zum Theater waren es von dort nur 500m.

Es wurde ein wunderbarer Abend. Die Zeit, die wir noch auf die Öffnung der Gastwirtschaft warten mussten vertrieb ich mir mit Stift und Papier. Es war nicht so leicht, sich zu entscheiden. Viele schöne Motive dort hätten es verdient gehabt, gezeichnet zu werden. Es wurde der Backstage-Bereich.

Das Theater wird uns auf jeden Fall wiedersehen.

Jetzt sind wir schon wieder weiter. Mal schauen, was noch so in meinem Zeichenblock landet …

Jeden Tag im Mai 2024

Dieses Mal kommt der Artikel zu “Every Day in May” in einem Rutsch. Dies hat sogar einen Grund. Aber zu dem komme ich am Ende des Artikels.

Wie in jedem Jahr gab es wieder eine Liste mit Zeichenaufgaben für jeden Tag.

Um mich wieder selbst herauszufordern, setzte ich mir zwei Bedingungen. Erstens, alle Zeichnungen entstehen in Procreate mit den Stiften aus dem Set “Pencilmania” von Manero-Brushes und zusätzlich sollten die Zeichnungen nicht viel Zeit in Anspruch nehmen.

Wie gut das geklappt hat — speziell das mit der Zeit, lasst uns mal schauen!

Aber erst noch ein weiterer Punkt, der mit Ittai Manero zu tun hat. Die Basis für die Zeichnungen war ein digitales Sketchbook in Procreate, welches ich auch von ihm hatte.

Aber nun gehts auch los, sonst haben die ersten aufgehört zu lesen, bevor die Bilder kommen.

1. Mai – a lighthouse

Das Thema war ein Leuchtturm. Der erste Gedanke war der Doppelleuchtturm vom Kap Arkona. Doch halt! Es sollte ja schnell gehen! Und so wurde es der “Otto-Leuchtturm” aus Pilsum.

2. Mai – a chicken

Vor einiger Zeit fand unser Enkel in einem Spielzeugkatalog das Spiel “Zicke Zacke Hühnerkacke“. Die Spielfiguren sind Hühner, die im Kreis laufen, um den Hühnern der Mitspieler die Schwanzfeder zu mopsen. Wer alle Federn hat, hat gewonnen. Das gezeichnete Huhn hat schon 3 der 4 Federn gesammelt.

3. Mai – a bud or a bloom

Der Löwenzahn begleitetet mich gefühlt durch mein ganzes Leben. Peter Lustig war jemand, der die Welt erklären konnte, ohne belehrend zu wirken. Und sein Bauwagen war schon Kult. Aber auch als Blume an sich ist der Löwenzahn einfach unglaublich.

4. Mai – Star Wars Day

Immer wieder schafft es eine LEGO-Figur in meine Skizzenbücher. Dieses Mal ist es der heldenhafte R2-D2.

5. Mai – a garlic or an onion

Ja, eine Zwiebel halt. Was soll man sagen …

6. Mai – a quirky animal

Es gibt nur ein wirklich ungewöhnliches Tier – das Masupilami. An dieser Stelle, vielen Dank an Flix für seine Version des Masupilami.

7. Mai – a pencil sharpener

Als passionierter Bleistiftzeichner musste es natürlich mein eigener Anspitzer von FaberCastell werden. Hier habe ich ein wenig versucht, den Schatten mit aufs Bild zu bekommen.

8. Mai – (a) scooter

Da so gut wie alle Mitstreiter in der Gruppe auf Facebook Roller (mit und ohne Motor) zeichneten, musste eine andere Interpretation des Themas her. Hieß nicht der Backstage-Bühnenmanager der Muppetshow Scooter? Na bitte!

9. Mai – a hippo

In jedem 7. Ei, da waren sie dabei. Einige der Happy-Hippos aus den Ü-Eiern fanden ihren Weg auch zu uns nach Hause, insbesondere die Star Wars Edition. Hier sehen wir jetzt Luke Eiwalker.

10. Mai – a bridge

Seit langem steht die Jungfernbrücke in Berlin schon auf der Liste der noch zu zeichnenden Urban-Sketches. Hier gibt es jetzt schon mal eine Interpretation einer alten Zeichnung, die ich im Internet fand.

11. Mai – an umbrella

Wieder holte ich mir mein Model von der Firma LEGO. Ja, auch im LEGO-Land scheint es ab und zu zu regnen.

12. Mai – a gemstone

Hier habe ich es mir einfach gemacht. Bei meiner Bildersuche im Internet fand ich ein Tutorial zu diesem Thema.

13. Mai – a songbird

Bei ihrem Krächzen kommt man bei Elstern nicht unbedingt auf “Singvogel” aber ja, sie gehören dazu. Unser Wintergast, die kleine Elster mit der kaputten Kralle und den ausgerissenen Schwanzfedern hatte ja schon eine Glühlampe. Hier taucht sie nun noch einmal auf.

14. Mai – a dachshund

Oskar und Rieke, die beiden Hunde meiner Eltern kamen mir sofort in den Sinn. In Ermangelung eines Fotos suchte ich im Netz nach einem ähnlichen Hund und verlängerte einfach die Beine.

15. Mai – a glass of wine

Hier hatte ich ein kleines Déjà-vu. Das Thema hatten wir doch schon mal bei EDiM, oder? Und wenn wir grad dabei sind, den Leuchtturm hatten wir doch auch schon! Na egal, dann wird es eben ein anderes Glas als beim letzten Mal.

16. Mai – a sun hat or sunglasses

In unserem gestohlenen Wohnmobil lag auch mein Panama-Hut, den ich mir auf Rhodos in der Stadt Lindos gekauft hatte. Immer wieder holen uns diese Erinnerungen ein.

16. Mai – cream cake

Ich bin ja nicht der große Tortenliebhaber, aber bei der Suche nach einem geeigneten Motiv im Internet, lief einem schon das Wasser im Mund zusammen.

!8. Mai – a game

Wieder ein Spiel, das wir durch unseren Enkel lieben gelernt haben. “Tempo kleine Fische” ist ein wunderbares Spiel, bei dem man gemeinsam und nicht gegeneinander spielt. 4 Fische versuchen ins offene Meer zu kommen, während 2 Fischer ihnen auf den Fersen sind. Ein Farbwürfel entscheidet, ob ein Fisch oder die Angler ziehen.

19. Mai – a ball of wool

Wo wir gerade bei Spielen sind. Im Computerspiel “Sam & Max – Hit the road” muss man mit einem durchgeknallten Detektiv-Duo (dem Hasen Sam und dem Hund Max) unter anderem zum “größten Wollknäuel der Welt”.

20. Mai – a cloudy sky

Hier war ich kurz vorm Aufgeben. Mit “Bleistiften” wollte das Ganze irgendwie nicht gelingen. Dann griff ich einfach zur Farbe. Schön, dass man mit diesen virtuellen Stiften einfach mal aus Bleistiften, Buntstifte machen kann.

21. Mai – a bicycle

Gibt es da nicht auch etwas von LEGO? Natürlich!

22. Mai – a staircase

Das Original für diese Zeichnung war eine Zeichnung, die ich vor einiger Zeit von unserer Treppe im Wohnzimmer angefertigt hatte. Die dauerte ehrlich gesagt, mit 30 Minuten, länger, als ich mir am Anfang vorgenommen hatte.

23. Mai – a gift loop or a gift bow

Ja, da gibt es mitten im Mai ein kleines Geschenk. Was drin ist? Keine Ahnung!

24. Mai – a tree

Es ist kein spezieller Baum geworden. In dieser Zeichnung habe ich einfach versucht, mit den Schatten Tiefe zu erzeugen.

25. Mai – Towel Day

Ich mag ja den Roboter Marvin. Der kleine depressive Kerl tut einem richtig leid. Er ist der Einzige, der die Frage zur Antwort “42” weiß. Leider kommt er nur nie dazu, diese mitzuteilen.

26. Mai – a bitten apple

Erst sollte es das Logo des Gerätes werden, auf dem ich zeichnete. Aber dann fiel mir der kleine Wurm ein, den ich mir als Jugendlicher ausdachte. Der wohnt doch bestimmt eigentlich in einem Apfel.

27. Mai – a feather

Nun ja, eine Feder ist eine Feder, ist eine Feder. Auch hier zeichnete ich ohne Vorlage.

28. Mai – a butterfly

Hier holte ich mir wieder Anregungen aus dem Internet. Es sollte schon eine nicht so klassische Sicht werden.

29. Mai – a turtle

Wird es die kleine Schildkröte aus “Findet Nemo”? Nein, wurde sie nicht!

30. Mai – pyjama

Wir bleiben im Wasser. Ich wollte nicht einfach nur einen Schlafanzug zeichnen. Bei meiner Suche im Netz stieß ich auf den Pyjama-Kardinalbarsch. Der sieht ja wirklich so aus, als wäre er gerade auf dem Weg ins Bett.

31. Mai – a jellyfish or an octopus

Das ist doch die Gelegenheit, auf “Findet Nemo” noch einmal zurückzukommen. Hier ist “Pearl” der kleine Oktopus aus dem Film.

Fazit

Und wieder war ein Monat vorbei. Habe ich Erkenntnisse mitgenommen? Ja, so Einige.

Als erstes, warte mit dem Artikel nicht, bis der Monat um ist. Der Artikel ist jetzt doch recht lang geworden. Ich hoffe, alle haben durchgehalten.

Dann haben sich “Lieblings-Stifte” aus dem Brush-Set herauskristallisiert. Manchmal musste ich mich zwingen, auch die anderen zu probieren. Auf jeden Fall sind Stifte und Sketchbook/Papiere für meine Art zu zeichnen sehr gut geeignet. Es ist natürlich ein anderes Zeichnen, aber es macht Spaß.

Zum Abschluss nun noch, warum habe ich dieses Mal die Zeichnungen nicht aufgeteilt? Nun, ich wollte einfach am Ende des Artikels das Sketchbook als Datei anhängen.

Wer also möchte, kann sich die Datei herunterladen und immer wieder anschauen.

Romantiktage in Prag

Lange war es geplant, jetzt war es soweit. Wir statteten der wunderschönen Stadt Prag wieder einmal einen Besuch ab.

Schon das Zimmer im Romantik-Hotel U Raka lud zum Zeichnen ein. Man fühlt sich in diesem Hotel wie in einem kleinen Museum.

Am zweiten Tag trennten sich die Wege meiner Frau und mir am Nachmittag und ich suchte mir ein Motiv in der Altstadt. Es wurde ein Blick auf das Ständetheater. Dass eine Laterne im Weg stand, nahm ich gern in Kauf.

Für den dritten Tag nahm ich mir vor, zuerst das Hotel zu zeichnen. Man kommt ja sonst nicht dazu. Es wirkt wie eine kleine Oase in der quirligen Stadt. Für Menschen, die gern zeichnen, besteht jedoch die Gefahr, dass man nichts von der Stadt sieht, weil man nur mit dem U Raka beschäftigt ist.

Nach einem kurzen Blick auf die Wachablösung schlenderte ich durch die Straßen nach einem Blick, den ich auf einem Foto auf einer Internetseite gesehen hatte. Ich wollte einen Straßenzug durch einen Torbogen hindurch zeichnen.

Nun, ein Straßenzug wurde es, nur kein Torbogen.

Der zeichnerische Abschluss war dann doch noch ein Torbogen. Naja, genau genommen ein Brückenbogen der Karlsbrücke.

An unserem letzten Tag, wollte das gewählte Motiv im jüdischen Viertel nicht aufs Papier. Das ist eben manchmal so. Man kann und sollte es auch nicht erzwingen.

Post Neujahr 2024

Ja, ich weiß, das ist schon ein paar Tage her. Aber da die erste Zeichnung des Jahres in der Brauerei Lemke entstanden ist, dachte ich der Titel passt noch.

Schon lange hatte ich die beiden Braukessel auf der Liste der noch zu zeichnenden Dinge. Und nun saßen wir da, keine anderen Gäste versperrten die Sicht. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Zu Hause kribbelte es noch einmal in den Fingern. Wie würde das Ergebnis aussehen, wenn ich es mit Tuschestiften gezeichnet hätte? Zum Glück habe ich ja ProCreate und „Stifte“ vom Ittai Manero.

Hier noch für die Interessierten das Video zur Zeichnung.

An die Stifte, fertig, los!

Versprochen ist versprochen, hier kommen die Zeichnungen, die ich während des Deutschlandtreffens der Urban Sketcher gezeichnet habe.

Das Ganze war über zugeloste Sketch-Walks organisiert. Für den Freitag gab es einen „Early-Bird“-Walk noch vor der offiziellen Eröffnung im Kulturforum. Für mich ging es mit „F20“ zu den Friedhöfen am Südstern und Marheineke-Markthalle.

Nach einer kurzen Einführung zu den 3 Friedhöfen und Tipps wo sich lohnende Motive finden lassen, verteilte sich die Gruppe auf dem Gelände.

Am Rand des Luisenstädtischen Friedhofs fand ich ein paar schon etwas zugewucherte und zum Teil auch verfallene Gräber. Ich entschied mich für das der Familie Heintze. Zeitweise leistete mir ein kleines Eichhörnchen Gesellschaft.

Grabmal auf dem Luisenstädtischen Friedhofs

Weiter ging es an vielen anderen lohnenden Motiven vorbei in Richtung „Friedhof Dreifaltigkeit“. Dort wollte ich das Grab von Martin Gropius zeichnen.

Zuerst lief ich an Gropius’ Grab vorbei. Beim zweiten Anlauf fand ich nicht nur das Grab, sondern auch eine Bank, von der aus ich einen guten Blick hatte.

Grab von Martin Gropius

Nach einem kurzen Wiedersehen mit den anderen Zeichnern der Gruppe und dem Besprechen der gefundenen Motive ging es auch gleich weiter zum Marheinekeplatz. In der Markthalle holte ich mir nur ein Fischbrötchen und setzte mich gegenüber der Passionskirche auf eine Stufe. Hier kreuzte sich der Weg mit den Mitgliedern eines anderen Sketchwalks. Es wurden Tipps zu lohnenden Motiven gegeben und die eine oder andere Zeichnung bewundert.

Passionskirche

Schnell gab es vor der Markthalle noch ein Gruppenfoto und los ging es zum Kulturforum zur eigentlichen Anmeldung. Dort erhielt jeder einen Anstecker und ein Informationsheft zur Veranstaltung. Zwischen Anmeldung und der Eröffnung war dann noch etwas Zeit, sich zwischen all die anderen Zeichner zu setzen und den Kammermusiksaal zu zeichnen.

Kammermusiksaal der Philharmonie

Am Samstag hatte ich meinen Sketchwalk erst am Nachmittag. Also suchte ich mir die ersten Motive auf eigene Faust. Ein Bauwerk, welches schon ewig auf der „Liste“ steht, ist die Oberbaumbrücke. Sie wurde meine erste Station. Dort traf ich auch auf eine Gruppe von Zeichnern und konnte ihnen kurz über die Schulter schauen. Zum Zeichnen positionierte ich mich ein wenig abseits der Anderen.

Oberbaumbrücke

Weiter ging es nach der Einstiegszeichnung zu einem der drei sogenannten „Sketchpoints“. Das waren Anlaufpunkte für diejenigen, die grad nicht mit einer Gruppe unterwegs waren. Ich wählte die Kulturbrauerei. Unterwegs hatte ich ein sehr nettes Gespräch mit amerikanischen Touristinnen auf Fotosafari. Vor Ort gab es dann Gespräche mit bekannten und bis dahin unbekannten Zeichnern und natürlich auch von mir eine Skizze.

Kulturbrauerei

Danach machte ich mich auf den Weg zu meinem Sketchwalk S58 in den Hackeschen Höfen. Die Höfe hatte ich mir schon öfter vorgenommen, hatte aber nie ein passendes Motiv gefunden. Bei der Einführungsrunde durch unsere beiden Führerinnen, fand ich es dann. Ein Treppenaufgang, genau gegenüber einem Platz in einem Café, sollte es jetzt werden.

Aufgang in den Hackeschen Höfen

Bis zum verabredeten Wiedertreffen war noch Zeit und so setzte ich mich in dem Hof, in dem der Ampelmann-Laden ist, auf den Rand des Buddelkastens und zeichnete nach dem Aufgang auch noch einen Durchgang.

Durchgang in den Hackeschen Höfen

Auch hier gab es zum Abschluss ein Gruppenfoto und das gegenseitige Bestaunen der Zeichnungen. Nachdem ich alles im Rucksack verstaut hatte, war meine Gruppe wie vom Erdboden verschluckt. Auf der Suche nach ihnen landete ich vor der Alten Nationalgalerie. Auch diese hatte ich mir schon lange vorgenommen, das Wetter war gut und die Stifte noch warm, na dann los!

Alte Nationalgalerie

Am Sonntag trafen sich alle wieder im Kulturforum. Alle, die wollten, stellten in einer kleinen Ausstellung aus, was in den Tagen des Treffens entstanden war. Es war ein buntes Durcheinander und Miteinander. Dass auch meine Familie vorbeischaute, war dann noch die Kirsche auf der Sahne.

Da kam ja wirklich was zusammen. Aber die eigenen Zeichnungen waren nicht das Wichtigste in diesen Tagen. Es war das Wiedersehen und das Kennenlernen sowie das Fachsimpeln über das gemeinsame Hobby. Der „wissende Blick“, wenn man in der Stadt auf andere Teilnehmer traf (Block und Stifte/Pinsel sind verräterisch), war einfach ein schönes Gefühl. Aber auch andere Menschen, die sich für die Zeichnungen interessierten steuerten damit ihren Teil dazu bei, dass es ein rundum gelungenes Wochenende war.

Ganz besonderer Dank auch an das Organisationsteam. Für mich persönlich war es einfach perfekt.

Damit auch meine Leser sich ein Bild von der Vielfalt der Zeichnungen machen können, hier der Absprung in die Online-Galerie.

Die bunte Stadt im Harz

Länger als geplant blieben wir in Wernigerode im Harz. Das nutzte ich für eine kleine „Wernigerode-Serie“.

Wieder eine Stadt, in der ungelogen jede Ecke Motive zum Zeichnen bietet. Neben den vielen Fachwerkhäusern und Kirchen gibt es auch noch ein sehr sehenswertes Schloss.

Das erste Motiv war ein Wunsch meiner Frau, das Rathaus. Es wurde 1420 vom Grafen Heinrich als Spielhaus errichtet und später dann der Stadt geschenkt. Mit den beiden turmartigen Erkern ist es sehr bekannt und hat es auch mehrfach auf Briefmarken geschafft.

Weiter geht‘s, nach dem Rathaus wollte eine Kirche aufs Papier. Es ist die St.-Sylvestri-Kirche, die sozusagen gleich um die Ecke steht. Das aber schon deutlich länger als das Rathaus, das „Sylvestri“ erhielt die Kirche jedenfalls bereits 1265.

Nach diesen großen und bekannten Bauwerken fand ich am Rande des Nicolaiplatzes ein altes und schon etwas heruntergekommenes Haus. Das Fachwerk sprach mich jedoch sofort an. Diese geschwungenen Linien fand ich schon besonders.

Leider ist es mir nicht gelungen, den verwahrlosten Zustand einzufangen.

Auf zum Schloss! Wie mir erzählt wurde, zog es mich schon als kleiner Junge hinauf dort hin.

1213 erstmalig urkundlich erwähnt, galt die ursprüngliche Burg lange Zeit als uneinnehmbar. Erst im Dreißigjährigen Krieg, konnte sie den weiterentwickelten Waffen nicht mehr standhalten.

1671 wurde die ganze Anlage dann zu einem barocken Wohnschloss umgebaut.

Das nächste Mal muss ich mich unbedingt auf die Wendeltreppe zum Zeichnen setzen. Das wird zwar eine echte Herausforderung aber die ist es wert.

Aber auch so hat sich aus zeichnerischer Sicht der Besuch von Wernigerode definitiv gelohnt.

Beinahe im Kloster verschollen

Ein „Pflichtpunkt“ auf unserer „Harz-ToDo-Liste“ war für mich Walkenried.

Hier zeichnete ich vor ein paar Jahren schon einmal das Portal der ehemaligen Klosterkirche.

Dieses Mal gönnten wir uns die Ausstellung und haben keinen Cent des Eintrittspreises bereut.

Aber der Reihe nach! Wie so oft in den letzten Tagen, lauerte hinter jeder Ecke mindestens ein Motiv.

Die erste Zeichnung entstand im Innenhof und hier verlor ich auch gleich den Anschluss an den Rest unserer 2-Personen-Reisegruppe.

Sollte das etwa wieder so enden, wie beim letzten Mal?

Im Anschluss ging es durch eine absolut empfehlenswerte Ausstellung, die man sich auch mit Kindern anschauen kann.

Auf dem Weg zum Ausgang sprang mir dann noch ein Blick in den Kreuzgang in den Weg.

Ein Herr vom Kloster bat mich irgendwann zum Ausgang zu gehen, er würde gern abschließen. Hoppala!

Und meine Frau? Ja, die saß inzwischen in derselben Gaststätte wie beim letzten Mal und wartete auf mich.

P.S.: Erstaunlich, wie zaghaft ich damals noch zeichnete.

Zwischen Kirchen und Marktbuden

Auf der Jagd nach fehlendem Toilettenzubehör sind wir jetzt schon in Goslar gelandet. Eigentlich war der Besuch erst für das Ende der Tour geplant.

Punkt 1: wir können wieder unbesorgt die Toilette benutzen.

Punkt 2: Goslar ist ja der Hammer! Wo fängt man mit dem Zeichnen an, wo hört man auf?

Nun, den Anfang machte die Kirche des Klosters Neuwerk. Ein schöner Blick durch die Bögen wollte aufs Papier. Das ist doch ein gutes Motiv, um an einem schnelleren Stil für mich zu arbeiten.

Danach gab es dann Abendbrot, es ging zurück zum Parkplatz und das Ganze sogar rechtzeitig vorm Wolkenbruch.

Am zweiten Tag trennten sich die Wege meiner Frau und mir schon kurz nach dem Loslaufen. Sie war für den Kunsthandwerksmarkt zuständig, ich für leere Blätter Papier, die gefüllt werden wollten.

Das erste Motiv stand schon fest, der Bahnhof.

Beim Versuch, den Stil vom Vortag auf dieses Motiv zu übertragen, scheiterte ich grandios. Aber was noch schlimmer war, ich „verkrampfte“ beim Zeichnen. Es lief nicht flüssig. Ich wollte den Stilwechsel erzwingen. Ich sehe es der Zeichnung auch an. Das ist ärgerlich, aber das gehört zum Lernen dazu.

Nach Eis beim Italiener mit meiner Frau und ein paar gemeinsamen Schritten über den Markt, trennten sich wieder unsere Wege.

Das nächste Motiv hatte ich zwar schon im Kopf, drehte aber noch eine kleine Runde – man kann ja nie wissen. Aber es fand sich nichts Anderes.

Also Platz nehmen, übers Papier streichen, loslegen. Die Sache mit dem Bahnhof konnte ich doch nicht auf mir sitzen lassen.

Ja, was soll ich sagen, es lief wieder wie gewohnt.

Zwei Dinge habe ich in Goslar gelernt, ich darf nichts erzwingen und wenn in der Stadt Kunsthandwerksmarkt ist, wird man immer wieder vom Zeichnen abgehalten.

Ein paar Postkarten wurden auch wieder verschenkt. Hier noch ein „Seid gegrüßt!“ an alle Erstbesucher des Serviervorschlages. Schaut euch um und lasst auch gern einen Kommentar hier.

Ach ja, am Ende des Tages haben meine Frau und ich wieder zueinandergefunden und sehr gut im „Brauhaus Goslar“ zu Abend gegessen.

Dieses Mal ohne Käsekuchen

Auf der Fahrt nach Quedlinburg schmeckten wir sozusagen schon den Käsekuchen vom Café am Finkenherd. Aber wir wurden enttäuscht. Das Café hatte Betriebsferien.

Aber zum Glück war das nicht der einzige Grund für die Fahrt hierher.

Während meine Frau heute die Geschäfte unsicher machte, ging ich auf Motivsuche und wurde zweimal fündig.

Zuerst zeichnete ich das „Halbe Haus“ an der Schlossmauer. Hier wurde ich leider vom Regen vertrieben und musste die letzten Striche im Keks-Haus bei „Kaltem Hund“ und heißer Schokolade zeichnen. Es gibt Schlimmeres! Ein wenig vom Kuchen ist in der Zeichnung auch verewigt.

Auf der Suche nach einem zweiten Motiv gab es erst nichts, was mir sofort zurief: „Ich will aufs Papier!“.

Mit dem Glockenturm der Blasii-Kirche liebäugelte ich schon die ganze Zeit, fand nur nicht den richtigen Blick. Bis ich durch eine kleine Gasse ging.

Hier konnte ich auch gleich noch einer freundlichen Frau eine meiner Postkarten schenken. Grüße, falls Sie das hier lesen!

Oh, schon Juli! (EDIM 2023 Teil 2)

War nicht vor kurzem noch der 31. Mai? Nein, schon länger her? Ach was!

Na, dann liefere ich doch mal rasch noch den zweiten Teil von EDiM nach.

Tag 16: „something sticky“

Honig ist sehr klebrig. Mir ist schon einmal welcher in der Hosentasche ausgelaufen …!

Diesen hier hat meine Frau auf unserer Rhodosreise gekauft. Bisher ist er auch noch nicht ausgelaufen.

Tag 17: „a pencil case“

Anfangs hatte ich meine Stifte in einer Metallbox. Auf einem Markt fand ich später diese wundervolle Stifterolle aus Leder von Jellomoon. Zwei weitere kamen für die Tintenstifte noch dazu.

Tag 18: „hat or cap“

Er ist wieder unterwegs: Indiana Jones! Ich habe mich mal an seinen legendären Hut gewagt. Ja, er ist vorn etwas zu lang geraten. Aber sonst bin ich mit dem Ergebnis zufrieden.

Tag 19: „sport equipment“

Im Keller liegt ein Atemregler, der darauf wartet, wieder genutzt zu werden. Zum Glück ist das Original nicht so krumm und schief.

Tag 20: „garden tool“

Nach dem doch recht aufwändigen Atemregler sollte es etwas einfacher werden. Auf in den Garten, mit dem neuen Spaten!

Tag 21: „a paper bag“

Ja, eine Papiertüte, was soll man dazu schreiben?

Tag 22: „vegetables“

So ohne LEGO ist es doch langweilig, oder? Von DUPLO gibt es zur Zeit richtig tolle Möhren.

Tag 23: „contents of a drawer“

Wir waren an dem Tag gerade mit dem Wohnmobil in Rheinsberg. Da bot sich unser Garagenregal mit Auszug zu diesem Thema an.

Tag 24: „a water drop“

Was ich schon immer mal versuchen wollte, mich aber nie getraut habe: ein Wassertropfen. Einer der Gründe, warum ich bei EDiM mitmache!

Tag 25: „towel day“

Auch wenn ich Marvin wirklich klasse finde, in diesem Jahr muss mal ein anderes Motiv aus dem „Anhalter“ her. Dieses Mal sind es der Pottwal und der Geranientopf. Was es damit auf sich hat? Lest einfach die Bücher! Es lohnt sich!

Tag 26: „a glass of wine“

Das war wirklich eine Herausforderung. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Vielen Dank für den Anstoß ;-).

Tag 27: „favorite game“

Eines meiner Lieblingsspiele am Computer ist die „Monkey Island“-Serie. Der erste Teil war damals bei meinem ersten eigenen PC mit dabei. Mein Vater und ich spielten es gleichzeitig und konnten uns so auch meistens gegenseitig helfen, wenn man in der Handlung feststeckte.

Das Motiv ist die Insel Melée aus dem Spiel, auf der alles begann.

Den letzten Teil musste ich jetzt leider allein spielen.

Tag 28: „tin opener“

Viel einfacher als dieser alte Dosenöffner geht es ja nun wirklich nicht. Aufklappen, einhaken und los geht‘s!

Tag 29: „something under the magnifier“

Lange habe ich bei dem Thema überlegt, was ich unter die Lupe lege. Dann dachte ich mir, nimm doch einfach das Wort!

Tag 30: „a guitar“

Ich sollte meine Gitarre mal wieder aus dem Schrank nehmen und probieren, ob ich es noch kann.

Tag 31: „a coin“

Fast schon vergessen, das Geld meiner Kinderzeit und Jugend. Das 10-Pfennig-Stück, der Groschen! Benutzt heute noch jemand dieses Wort für ein Geldstück? Ich habe es lange nicht mehr gehört. Nur in Redewendungen kommt es ab und an vorbei.

Fazit

Es waren wieder sehr schöne, teilweise herausfordernde Themen dabei. Das ist es, was ich hieran auch so schätze. Viel zu oft schreckt man vor dem Versuch zurück. Hier wartet aber die Gruppe bei Facebook, die man nicht enttäuschen möchte.

Ja ich weiß, niemand in der Gruppe nimmt es übel, wenn man nicht alle „Zeichenaufträge“ erfüllt. Ich selbst treibe mich aber und das ist gut!

Kurz noch zur Konservierung der Zeichnungen – ich habe ein zweites Mal Fixativ gesprüht. Das scheint jetzt zu passen.